Der Bodenrichtwert ist der durchschnittliche Wert von Grundstücksflächen in einer bestimmten Lage und Nutzung — offiziell festgestellt von den Gutachterausschüssen der Länder. Er ist Pflichtbasis für viele Bewertungen und kostenlos öffentlich abrufbar.
Was der Bodenrichtwert ist — und was nicht
- Ist: Orientierungswert für unbebaute Grundstücke in einer Zone
- Ist: Amtlicher Wert der Gutachterausschüsse (alle 2 Jahre aktualisiert)
- Ist nicht: Der Wert einer bebauten Immobilie
- Ist nicht: Verbindlich für Kaufpreise (Markt entscheidet)
Wo findest du den Bodenrichtwert?
Das Bodenrichtwert-Portal BORIS-DE (bodenrichtwert.de) zeigt kostenlos alle Richtwerte für Deutschland. Einfach Adresse eingeben — du siehst den Richtwert pro m² Grundstück in deiner Wunschlage.
Bodenrichtwert vs. Kaufpreis
Der Bodenrichtwert gilt für unbebautes Land. Eine Immobilie beinhaltet auch das Gebäude. Für einen Vergleich teile den Kaufpreis in Bodenanteil und Gebäudeanteil auf:
- Grundstücksgröße × Bodenrichtwert = Bodenwert
- Kaufpreis − Bodenwert = Gebäudewert
- Gebäudewert ÷ m² Wohnfläche = Baukostenpauschale
Liegt der Baukostenteil unrealistisch hoch oder niedrig, ist das ein Warnsignal — entweder Überbewertung oder ungewöhnliche Bausubstanz.
Steuerliche Bedeutung
Das Finanzamt nutzt den Bodenrichtwert als Basis für die Grundsteuer (Grundsteuerwert nach GrStG). Seit der Grundsteuerreform 2025 werden Grundstücke nach Bodenrichtwert neu bewertet. Höherer Bodenrichtwert = höhere Grundsteuer.