Der Immobilien-Teilverkauf verspricht: Liquidität aus dem Eigenheim ohne Umziehen. Klingt gut — aber es gibt erhebliche versteckte Kosten und langfristige Risiken, die viele Werbungen verschweigen.

Wie funktioniert der Teilverkauf?

Du verkaufst einen Teil deiner Immobilie (z.B. 25 %) an einen Anbieter wie Wertfaktor, Engel & Völkers oder Deutsche Teilkauf. Im Gegenzug erhältst du den entsprechenden Kaufpreis-Anteil sofort. Du zahlst aber monatlich ein Nutzungsentgelt (Miete) für den verkauften Teil.

Teilverkauf einer Immobilie: Was steckt dahinter?

Die versteckten Kosten im Überblick

KostenartHöhe
Nutzungsentgelt5–7 % p.a. vom verkauften Anteil
Einmaliges Strukturierungsentgelt1–3 % vom Auszahlungsbetrag
InstandhaltungDu trägst 100 % der Kosten
Rückkaufsaufschlag (falls du zurückkaufst)15–25 % über Marktwert
Effektive Jahreskostenoft 8–12 % p.a. des erhaltenen Betrags

Beispielrechnung: Was ein Teilverkauf wirklich kostet

Szenario: Haus im Wert 400.000 €, Teilverkauf 25 % = 100.000 € Auszahlung

  • Nutzungsentgelt: 6 % p.a. auf 100.000 € = 6.000 €/Jahr = 500 €/Monat
  • Nach 10 Jahren: 60.000 € gezahlt für 100.000 € Kapital
  • Bei Verkauf: Anbieter erhält 25 % des Verkaufserlöses + mögliche Aufschläge
Alternative: Ein reguläres Darlehen auf die schuldenfreie Immobilie kostet bei 4 % Zins p.a. nur 4.000 €/Jahr für 100.000 €. Das ist 2.000 €/Jahr günstiger als ein Teilverkauf.

Für wen könnte ein Teilverkauf sinnvoll sein?

  • Personen, die aufgrund von Alter oder Bonität keinen regulären Kredit mehr bekommen
  • Kurze Planungshorizonte (weniger als 5 Jahre bis zum Gesamtverkauf)
  • Wenn alle anderen Optionen ausgeschöpft sind

Bessere Alternativen im Vergleich

OptionKosten p.a.Kontrolle
Teilverkauf8–12 %eingeschränkt
Immobiliendarlehen3,5–5 %voll
Umkehrhypothek4–6 %mittel
Vollverkauf mit WohnrechtentfälltWohnrecht gesichert

Fazit: Prüfe zuerst alle günstigeren Alternativen, bevor du einen Teilverkauf in Betracht ziehst.

Teilverkauf einer Immobilie: Was steckt dahinter? – weiterer Blick

Häufige Fragen

Du verkaufst einen Anteil (z.B. 20–50 %) deiner Immobilie an einen Anbieter und erhältst dafür sofort Geld. Du bleibst wohnen, zahlst aber ein monatliches Nutzungsentgelt für den verkauften Anteil.
Das Nutzungsentgelt liegt bei 5–7 % p.a. auf den verkauften Betrag. Dazu kommen Einmalgebühren und Rückkaufsaufschläge. Effektiv zahlt man oft 8–12 % p.a. — deutlich mehr als ein reguläres Darlehen.
Ein reguläres Immobiliendarlehen (wenn noch möglich), eine Umkehrhypothek, oder ein Vollverkauf mit vereinbartem Wohnrecht. Diese Alternativen sind in der Regel günstiger.