Du hast deinen Kredit abbezahlt — aber die Grundschuld steht noch im Grundbuch. Das ist normal. Sie bleibt automatisch bestehen und muss aktiv gelöscht werden. Ob du das tun solltest, hängt von deinen Plänen ab.

Grundschuld nach Kreditrückzahlung löschen — So geht es
Grundschuld löschen — Kernfakten
  • Grundschuld bleibt automatisch nach Kreditrückzahlung bestehen
  • Bank stellt Löschungsbewilligung aus (kostenlos)
  • Notarkosten: ca. 0,2–0,3% des Grundschuldbetrags
  • Alternative: Grundschuld für künftige Finanzierungen behalten

Löschen oder behalten — was ist sinnvoller?

Löschen wenn: Du das Haus verkaufen willst (sauberes Grundbuch), du nie wieder eine Immobilienfinanzierung planst, oder du Erbfolgeregelungen treffen willst.

Behalten wenn: Du in 5–10 Jahren wieder finanzieren willst (Umbau, zweite Immobilie) — dann spart die bestehende Grundschuld die Kosten für eine neue Grundschuldbestellung.

Ablauf der Löschung

  1. Bank um Löschungsbewilligung bitten (kostenlos, Wartezeit 2–4 Wochen)
  2. Dokument zum Notar bringen
  3. Notar reicht Antrag beim Grundbuchamt ein
  4. Grundbuchamt löscht (4–8 weitere Wochen)

Was kostet die Löschung?

GrundschuldbetragNotar (ca.)Grundbuch (ca.)Gesamt
150.000 €250 €125 €375 €
250.000 €400 €200 €600 €
400.000 €600 €300 €900 €

Für die Kosten bekommst du ein sauberes Grundbuch und keine alten Belastungen beim Verkauf. Bei geplantem Verkauf in den nächsten Jahren: lohnt sich fast immer.

Grundschuld nach Kreditrückzahlung löschen — So geht es – weiterer Blick

Häufige Fragen

Die wichtigsten Punkte: Lage und Infrastruktur, Gebäudezustand (Feuchtigkeit, Heizung, Dach), Grundbuch auf Lasten prüfen, Grunderwerbsteuer je Bundesland einplanen, realistische Finanzierung mit ausreichend Eigenkapital und Puffer für Unvorhergesehenes.
Mindestens die Nebenkosten (ca. 10–13 % des Kaufpreises) sollten aus Eigenkapital kommen. Besser sind 20 % des Kaufpreises plus Nebenkosten. Bei 350.000 € Kaufpreis also ca. 105.000–150.000 €. Wer mehr Eigenkapital mitbringt, bekommt günstigere Zinsen.
Kaufpreis + Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %) + Notar (1,0–1,5 %) + Grundbuch (0,3–0,5 %) + ggf. Makler (bis 3,57 %) + Gutachter (500–1.500 €) + Renovierung (0–30 % je Zustand) + Umzug (1.500–5.000 €). Plane realistisch 15–25 % auf den Kaufpreis oben drauf.
Ja. Viele Häuser werden direkt vom Eigentümer angeboten (ImmoScout, Immowelt, eBay Kleinanzeigen, lokale Portale). Das spart die Maklerprovision (bis 3,57 % des Kaufpreises). Du übernimmst dann aber alle Koordination selbst: Besichtigung, Prüfung, Notartermin.