Wenn du ein Haus mit Kredit kaufst, sichert die Bank ihr Darlehen durch ein Grundpfandrecht — entweder Hypothek oder Grundschuld. In Deutschland ist heute fast ausschließlich die Grundschuld üblich. Warum — und was das für dich bedeutet.

Der Unterschied auf einen Blick

MerkmalHypothekGrundschuld
Kopplung an DarlehenAkzessorisch — direkt ans Darlehen gebundenAbstrakt — unabhängig vom Darlehen
Sinkt mit TilgungJa — automatischNein — bleibt konstant
ÜbertragbarkeitKomplexEinfach
Verwendung in DESelten (historisch)Nahezu ausschließlich

Warum bevorzugen Banken die Grundschuld?

Die Grundschuld ist für Banken flexibler: Sie ist nicht an ein spezifisches Darlehen gebunden und kann für mehrere Darlehen gleichzeitig als Sicherheit dienen. Zudem kann sie einfacher abgetreten werden. Das erklärt, warum heute praktisch alle Baufinanzierungen in Deutschland mit Grundschulden besichert werden.

Hypothek vs. Grundschuld – was ist der Unterschied beim Hauskauf?

Was bedeutet das für dich als Kreditnehmer?

Die Grundschuld bleibt im Grundbuch eingetragen, auch wenn du das Darlehen vollständig zurückgezahlt hast. Du musst aktiv eine Löschungsbewilligung beantragen — die Bank stellt sie nach vollständiger Rückzahlung aus.

Hypothek vs. Grundschuld – was ist der Unterschied beim Hauskauf? – weiterer Blick
  • Löschungsbewilligung beantragen → Notar einschalten → Grundbuchamt löscht
  • Kosten: ca. 200–500 €
  • Alternative: Grundschuld stehen lassen — spart Kosten, kann für späteres Darlehen genutzt werden

Grundschuld im Grundbuch

Die Grundschuld wird in Abteilung III des Grundbuchs eingetragen. Bei einem Hauskauf prüfst du, ob noch alte Grundschulden des Verkäufers im Grundbuch stehen — diese müssen vor oder bei Kauf gelöscht werden. Mehr zur Grundbuchprüfung: Grundbuch prüfen Checkliste.

Beim Kauf: Achte darauf, dass im Kaufvertrag geregelt ist, dass bestehende Grundschulden des Verkäufers aus dem Kaufpreis abgelöst werden. Sonst kannst du ein Haus kaufen und trotzdem Schulden des Vorbesitzers im Grundbuch haben.

Grundschuld und Anschlussfinanzierung

Wenn deine Zinsbindung ausläuft und du zur neuen Bank wechselst, muss die Grundschuld übertragen werden (Abtretung) oder neu bestellt. Die Abtretung ist günstiger als Neueintragung — meist 150–300 €. Mehr zur Anschlussfinanzierung: Anschlussfinanzierung planen.

Grundschuldbestellung — was kostet sie?

Die Grundschuldbestellung (Eintragung ins Grundbuch) kostet je nach Darlehenshöhe ca. 0,3–0,5 % der Grundschuld-Summe (Notar + Grundbuchamt). Diese Kosten sind Teil der Kaufnebenkosten — unser Grundbuchkosten-Rechner gibt dir die genaue Summe.

Fazit: Hypothek ist heute praktisch bedeutungslos — die Grundschuld ist der Standard. Als Kreditnehmer musst du wissen: Sie bleibt nach Rückzahlung im Grundbuch und muss aktiv gelöscht werden. Beim Kauf: Altlasten des Verkäufers im Kaufvertrag regeln.

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Häufige Fragen

Der Antrag läuft über deine Hausbank oder einen unabhängigen Finanzierungsvermittler (z.B. Interhyp, Dr. Klein). Du brauchst Einkommensnachweise, Kontoauszüge, SCHUFA und Unterlagen zur Immobilie. Vergleiche mindestens 3 Angebote — das spart oft tausende Euro.
Der Sollzins ist der reine Zinssatz auf das Darlehen. Der Effektivzins enthält zusätzlich alle Nebenkosten (Bearbeitungsgebühren etc.) und ist der maßgebliche Vergleichswert. Für Vergleiche zwischen Banken immer den Effektivzins heranziehen.
Bei vollständigen Unterlagen dauert eine Finanzierungszusage bei den meisten Banken 3–10 Werktage. Eine vorläufige Bestätigung für Besichtigungen/Bieterverfahren ist oft schneller möglich. Online-Banken sind manchmal noch schneller als Filialbanken.