Die Zinsbindung deines Darlehens läuft aus — was jetzt? Viele Eigenheimbesitzer unterschätzen diesen Moment. Dabei ist die Anschlussfinanzierung eine der wichtigsten Entscheidungen nach dem Erstkauf.
Deine Optionen bei Ablauf der Zinsbindung
Option 1: Prolongation bei der Hausbank
Die einfachste Option — du verlängerst bei deiner Hausbank. Vorteil: kein Aufwand, keine Wechselkosten. Nachteil: die Bank weiß, dass du bequem bleibst — und bietet selten die günstigsten Konditionen. Verhandle immer!
Option 2: Umschuldung zur günstigeren Bank
Bis 3 Monate vor Ablauf der Zinsbindung kannst du wechseln — die neue Bank übernimmt die Restschuld, Grundschuld wird übertragen (kostet 150–300 € Notar). Spart bei günstiger Differenz oft 5.000–20.000 € über die neue Laufzeit.
Option 3: Forward-Darlehen
Du sicherst dir schon heute (1–5 Jahre im Voraus) den Zinssatz für die Anschlussfinanzierung. Details erklärt unser Artikel Forward-Darlehen.
Wann beginne ich mit der Planung?
| Zeitraum vor Ablauf | Empfehlung |
|---|---|
| 5 Jahre vorher | Forward-Darlehen prüfen (bei steigendem Zinsumfeld) |
| 2 Jahre vorher | Marktlage beobachten, erste Angebote einholen |
| 1 Jahr vorher | Aktiv vergleichen und verhandeln |
| 6 Monate vorher | Entscheidung treffen und Vertrag abschließen |
Was kostet der Wechsel der Bank?
- Grundschuldabtretung: ca. 150–300 € (Notar + Grundbuchamt)
- Neue Schätzgebühr der Bank: oft 0 € bei guter Bonität
- Kein Vorfälligkeitsentgelt wenn Zinsbindung regulär ausgelaufen ist
Damit ist Umschuldung für die meisten sinnvoll wenn der Zinsvorteil mehr als 0,2 % beträgt.
Tilgungsrate bei der Anschlussfinanzierung anpassen
Die Anschlussfinanzierung ist auch die Gelegenheit, die Tilgungsrate anzupassen — nach oben wenn Einkommen gestiegen, oder nach unten wenn Familiensituation sich verändert hat. Mehr zur Tilgungsstrategie: Tilgungsrate optimieren.

