Der Kauf einer Eigentumswohnung hat eigene Tücken. Diese Checkliste hilft dir, alle wichtigen Punkte abzuhaken — von der ersten Besichtigung bis zum Notartermin.
Vor der Besichtigung: Unterlagen anfordern
- Teilungserklärung + Aufteilungsplan anfordern
- Gemeinschaftsordnung der WEG lesen
- Letzte 3 Eigentümerversammlungsprotokolle anfordern
- Aktuelle Hausgeldabrechnung (letztes Jahr)
- Wirtschaftsplan der WEG für aktuelles Jahr
- Höhe der Instandhaltungsrücklage erfragen
- Offene Beschlüsse / Sonderumlagen prüfen
- Energieausweis anfordern (Pflicht!)
Bei der Besichtigung
- Kellerabteil und Gemeinschaftskeller besichtigen
- Zustand Treppenhaus, Aufzug, Fassade einschätzen
- Schallschutz zur Nachbarwohnung und zu Treppenhaus prüfen
- Zustand von Heizung/Therme (Alter, Typ)
- Fenster, Türen auf Dichtungen und Funktion prüfen
- Feuchtigkeitsspuren in Bad, Küche, Keller suchen
- Balkon / Terrasse: Zustand Belag, Geländer, Abdichtung
- Parksituation und Stellplatz klären
WEG-Protokolle: Worauf achten?
- Geplante größere Sanierungsmaßnahmen (Dach, Lift, Heizung)?
- Beschlossene, aber noch nicht durchgeführte Sonderumlagen?
- Laufende Gerichtsverfahren der WEG?
- Häufige Beschwerden über einzelne Eigentümer?
- Wie ist das Abstimmungsverhalten — oft Streit?
Finanzielles prüfen
- Hausgeld inkl. Rücklage berechnen und in Budget einplanen
- Höhe der Instandhaltungsrücklage: ausreichend für Alter der Immobilie?
- Grunderwerbsteuer je Bundesland berechnen (Rechner nutzen)
- Notarkosten ca. 2 % einplanen
- Maklergebühr 3,57 % (wenn Makler beteiligt)
Kaufvertrag und Notartermin
- Kaufvertragsentwurf 14 Tage vorher anfordern und prüfen
- Sondernutzungsrechte (Stellplatz, Gartenanteil) ausdrücklich im Vertrag
- Inventar (Einbauküche) separat ausweisen (Steuerersparnis!)
- Übergabetermin und Bedingungen festlegen
- Auflassungsvormerkung im Grundbuch sicherstellen
Wichtigste Frage: Wie hoch ist die Instandhaltungsrücklage pro m²? Empfohlen sind mindestens 1,50 €/m² bei älteren Gebäuden. Ist sie zu niedrig, drohen Sonderumlagen.
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Häufige Fragen
Die drei wichtigsten Punkte: WEG-Protokolle (letzten 3 Jahre), Höhe der Instandhaltungsrücklage und offene Sonderumlagen. Diese drei Punkte können den Kaufpreis erheblich relativieren.
Die Instandhaltungsrücklage ist das angesammelte Kapital der WEG für künftige Reparaturen. Je niedriger sie ist, desto höher das Risiko einer Sonderumlage bei größeren Schäden.
Beschlüsse der Eigentümerversammlung, die bereits gefasst wurden (z.B. Dachsanierung für 2026), aber noch nicht umgesetzt sind. Als Käufer übernimmst du die Zahlungspflicht für solche Maßnahmen.