Der Energieausweis ist seit 2014 Pflicht bei Verkauf und Vermietung von Immobilien. Klingt nach Bürokratie — ist aber eines der wichtigsten Dokumente beim Hauskauf. Er zeigt, wie viel Energie das Haus verbraucht und was das für deine Betriebskosten bedeutet.

Zwei Typen: Bedarfs- vs. Verbrauchsausweis

TypBasisAussagekraft
BedarfsausweisBautechnische Analyse (Dach, Wände, Fenster, Heizung)Genauer, unabhängig vom Nutzerverhalten
VerbrauchsausweisTatsächlicher Energieverbrauch der letzten 3 JahreGünstigerer, aber abhängig von Bewohnerverhalten

Für den Hauskauf ist der Bedarfsausweis zuverlässiger — ein sparsamer Vorbesitzer verfälscht den Verbrauchsausweis nach unten.

Energieausweis beim Hauskauf: Was er bedeutet und worauf du achtest

Die Energieklassen A+ bis H

KlassekWh/m²/JahrBewertung
A+unter 30Passivhaus, sehr selten
A30–50Neubau KfW 55–40, sehr gut
B50–75Gut gedämmtes Haus
C75–100Mittlerer Standard
D100–130Sanierungsbedarf mittel
E130–160Sanierungsbedarf hoch
F160–200Hohes Einsparpotenzial
G200–250Sehr ineffizient
Hüber 250Renovierungspflicht möglich

Was Energieeffizienzklassen in Euro bedeuten

Bei einem 150 m² Haus mit Gasheizung (0,10 €/kWh) ergibt sich:

Energieausweis beim Hauskauf: Was er bedeutet und worauf du achtest – weiterer Blick
  • Klasse A (40 kWh/m²/a): 150 × 40 × 0,10 = 600 €/Jahr
  • Klasse D (115 kWh/m²/a): 150 × 115 × 0,10 = 1.725 €/Jahr
  • Klasse G (225 kWh/m²/a): 150 × 225 × 0,10 = 3.375 €/Jahr

Der Unterschied zwischen Klasse A und G beträgt also 2.775 €/Jahr — oder 27.750 € über 10 Jahre. Rechne das in deine Kaufentscheidung ein.

GEG-Pflichten beim Altbau-Kauf

Ab Klasse F oder schlechter können beim Eigentümerwechsel Sanierungspflichten nach GEG greifen. Informiere dich beim Energieberater, was auf dich zukommt — bevor du kaufst.

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Häufige Fragen

Die wichtigsten Punkte: Lage und Infrastruktur, Gebäudezustand (Feuchtigkeit, Heizung, Dach), Grundbuch auf Lasten prüfen, Grunderwerbsteuer je Bundesland einplanen, realistische Finanzierung mit ausreichend Eigenkapital und Puffer für Unvorhergesehenes.
Mindestens die Nebenkosten (ca. 10–13 % des Kaufpreises) sollten aus Eigenkapital kommen. Besser sind 20 % des Kaufpreises plus Nebenkosten. Bei 350.000 € Kaufpreis also ca. 105.000–150.000 €. Wer mehr Eigenkapital mitbringt, bekommt günstigere Zinsen.
Kaufpreis + Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %) + Notar (1,0–1,5 %) + Grundbuch (0,3–0,5 %) + ggf. Makler (bis 3,57 %) + Gutachter (500–1.500 €) + Renovierung (0–30 % je Zustand) + Umzug (1.500–5.000 €). Plane realistisch 15–25 % auf den Kaufpreis oben drauf.
Ja. Viele Häuser werden direkt vom Eigentümer angeboten (ImmoScout, Immowelt, eBay Kleinanzeigen, lokale Portale). Das spart die Maklerprovision (bis 3,57 % des Kaufpreises). Du übernimmst dann aber alle Koordination selbst: Besichtigung, Prüfung, Notartermin.