Der Notar ist beim Hauskauf unumgänglich — ohne notarielle Beurkundung ist der Kaufvertrag rechtlich nichtig. Was das kostet, wie es berechnet wird und was im Notarhonorar alles steckt.

Wie hoch sind die Notarkosten beim Hauskauf?

Die Notarkosten sind gesetzlich geregelt und richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Sie sind damit nicht verhandelbar. Als Richtwert:

KaufpreisNotarkosten ca.Grundbuchkosten ca.Gesamt ca.
150.000 €900 €450 €1.350 €
250.000 €1.400 €650 €2.050 €
350.000 €1.800 €850 €2.650 €
500.000 €2.500 €1.100 €3.600 €

Die genaue Berechnung macht unser Notarkosten-Rechner. Alle Nebenkosten zusammen: Nebenkosten-Rechner.

Was ist im Notarhonorar enthalten?

  • Beurkundung Kaufvertrag: Der Hauptanteil — Lesung und Beurkundung des Kaufvertrags
  • Auflassungsvormerkung: Schutz des Käufers vor Doppelverkauf
  • Auflassung: Die eigentliche Eigentumsübertragung
  • Grundschuldbestellung: Wenn du mit Kredit finanzierst (Zusatzhonorar!)
  • Vollzug: Korrespondenz mit Grundbuchamt und Finanzamt

Zusatzkosten beim Notar

  • Grundschuldbestellung: ca. 0,3 % der Grundschuldsumme (extra, nicht im Standard)
  • Löschungsbewilligung alter Grundschulden: ca. 100–300 €
  • Beglaubigte Kopien: je ca. 20–50 €
  • Notarielle Vollmachten: 50–150 € pro Vollmacht
Tipp: Frage den Notar nach einer Kostenaufstellung im Voraus. Er ist zur Transparenz verpflichtet. Bei einfachen Kaufverträgen ohne Sonderkonstruktionen orientieren sich die Kosten eng an den gesetzlichen Gebührentabellen.

Wer wählt den Notar?

Üblicherweise schlägt der Käufer den Notar vor — und zahlt ihn. Du kannst frei wählen. Der Notar ist zur Neutralität verpflichtet und vertritt weder Käufer noch Verkäufer einseitig. Was beim Notartermin passiert, erklärt unsere Notartermin-Checkliste.

Sind Notarkosten steuerlich absetzbar?

Beim selbstgenutzten Eigenheim: Nein. Bei vermieteten Immobilien: Ja — als Teil der Anschaffungsnebenkosten über die Nutzungsdauer abschreibbar. Mehr in Steuern beim Hauskauf.

Fazit: Notarkosten sind fest geregelt — sie zu reduzieren ist nicht möglich. Dafür weißt du genau, was auf dich zukommt. Plane 1,5–2 % des Kaufpreises für Notar und Grundbuch ein. Der genaue Betrag: Notarkosten-Rechner.

Häufige Fragen

Die laufenden Kosten umfassen: Grundsteuer (300–1.500 €/Jahr), Wohngebäudeversicherung (400–1.000 €/Jahr), Heizkosten, Strom, Wasser, Schornsteinfeger, Wartungsverträge und Rücklagen für Reparaturen. Plan insgesamt 3–8 % des Kaufpreises als jährliche Unterhaltskosten.
Einmalige Kosten beim Hauskauf: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %), Notarkosten (1,0–1,5 %), Grundbuchkosten (0,3–0,5 %), ggf. Maklercourtage (bis 3,57 %) und Gutachterkosten (500–1.500 €). Dazu kommen Renovierung, Umzug und erste Einrichtung.
Beim selbstgenutzten Eigenheim nein. Bei vermieteten Immobilien ja: Grunderwerbsteuer, Notarkosten und Maklercourtage zählen zu den Anschaffungsnebenkosten und können über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden (AfA).