Das Annuitätendarlehen ist die Standardform der Baufinanzierung in Deutschland. Der Begriff klingt technisch — das Prinzip ist einfach: Du zahlst jeden Monat eine gleich hohe Rate (die Annuität), die sich aus Zinsen und Tilgung zusammensetzt.
- Gleichbleibende monatliche Rate über die gesamte Zinsbindung
- Zinsanteil sinkt, Tilgungsanteil steigt über die Zeit
- Typische Zinsbindung: 10–15 Jahre
- Nach Zinsbindung: Anschlussfinanzierung nötig
Wie funktioniert das Annuitätendarlehen?
Am Anfang besteht die Rate hauptsächlich aus Zinsen — weil die Restschuld groß ist. Mit jeder Rate wird ein Teil getilgt, die Restschuld sinkt, und damit sinkt auch der Zinsanteil. Der Tilgungsanteil steigt entsprechend. Die Monatsrate bleibt aber konstant — das ist das Wesen der Annuität.
Rechenbeispiel: Annuitätendarlehen
Welche Zinsbindung ist sinnvoll?
Die Zinsbindung ist der Zeitraum, für den der Zinssatz festgeschrieben wird. Danach muss die Restschuld zu neuen Konditionen weiterfinanziert werden (Anschlussfinanzierung).
- 5 Jahre: Niedrigster Zinssatz, aber hohes Zinsänderungsrisiko
- 10 Jahre: Klassiker — gute Balance aus Zinshöhe und Planungssicherheit
- 15–20 Jahre: Mehr Sicherheit, leichter Zinsaufschlag
Annuitätendarlehen vs. Tilgungsdarlehen
Beim Tilgungsdarlehen ist die Tilgung konstant — der Zinsbetrag sinkt, die Gesamtrate sinkt also über die Zeit. Beim Annuitätendarlehen ist die Rate konstant. Beide haben ihre Berechtigung — das Annuitätendarlehen ist aber bei der Baufinanzierung klar dominierend, weil die konstante Rate die Haushaltsplanung erleichtert.
Sondertilgungen — wie geht das?
Die meisten Annuitätendarlehen erlauben Sondertilgungen von 5–10% des ursprünglichen Darlehensbetrags pro Jahr — ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Das ist eine wichtige Flexibilität: Wer einen Bonus, eine Erbschaft oder Steuererstattung bekommt, kann das Darlehen schneller zurückzahlen. Nutze unseren Tilgungsrechner um zu sehen, wie viel du durch Sondertilgungen sparst.

