Du willst 350.000 € für ein Haus zahlen — aber die Bank spricht von einem Beleihungswert von 280.000 €. Was steckt dahinter? Der Beleihungswert ist das Fundament jeder Immobilienfinanzierung und beeinflusst direkt deinen Zinssatz.
- Beleihungswert: Vom Bank-Gutachter festgestellter nachhaltiger Immobilienwert
- Beleihungsauslauf (LTV): Darlehen ÷ Beleihungswert × 100
- Unter 60%: Beste Zinsen (Pfandbriefdeckung)
- Unter 80%: Normale Konditionen
- Über 80%: Zinsaufschläge möglich
Was ist der Beleihungswert?
Der Beleihungswert ist der Wert, den die Bank der Immobilie langfristig und nachhaltig beimisst — er ist in der Regel 10–20% unter dem Marktwert. Warum? Die Bank schaut nicht auf den aktuellen Markt (der könnte überhitzt sein), sondern auf einen nachhaltigen Wert, den die Immobilie auch in einem schwächeren Markt hätte.
Wie wird der Beleihungswert berechnet?
Die Bank berechnet den Beleihungswert nach eigenem Gutachten — meist durch einen internen oder externen Sachverständigen. Grundlage sind:
- Ertragswert (bei Mietimmobilien) oder Sachwert (bei Eigennutzung)
- Vergleichswerte ähnlicher Immobilien in der Region
- Abzüge für Lage-Risiken, Baujahr, Zustand
Der Beleihungsauslauf und seine Bedeutung für Zinsen
Konkret: Bei 300.000 € Darlehen und 350.000 € Beleihungswert = 85,7% LTV. Das ist im Bereich "erhöhtes Risiko" — der Zinsaufschlag kann über 20 Jahre 15.000–25.000 € Extra-Kosten bedeuten.
Wie senke ich den Beleihungsauslauf?
- Mehr Eigenkapital einbringen: Jeder Euro Eigenkapital senkt den LTV
- Kaufpreis drücken: Besserer Kaufpreis → günstigerer LTV
- Zusatzsicherheit: Eine weitere schuldenfreie Immobilie als Sicherheit einbringen

