Die Faustregel lautet: mindestens 20 % Eigenkapital. Aber was steckt dahinter? Und wann macht es Sinn, mehr einzubringen – oder strategisch weniger?

Was zählt als Eigenkapital?

  • Ersparnisse, Tagesgeld, Festgeld
  • Wertpapiere (mit Abschlag, da schwankend)
  • Rückkaufswert von Lebensversicherungen
  • Bausparvertrag-Guthaben
  • Schenkungen oder Darlehen von Verwandten (zinsfrei)
  • Eigenleistungen beim Bau ("Muskelhypothek") — Banken akzeptieren 10–30 % des Baupreises

Wie viel Eigenkapital brauche ich?

EigenkapitalquoteWirkung auf ZinsRisikobewertung Bank
unter 10 %+0,5–1,5 % Risikoaufschlagsehr hoch
10–20 %+0,2–0,5 % Aufschlaghoch
20–40 %Standardkonditionenmittel
über 40 %Bestzinsen (-0,1–0,3 %)niedrig
über 60 %günstigste Konditionensehr niedrig

Die 20 % Regel erklärt

20 % decken in der Regel die Kaufnebenkosten (7–12 %) plus einen kleinen Puffer. Das Darlehen beläuft sich dann auf 80 % des Kaufpreises (Beleihungsauslauf 80 %). Die meisten Banken vergeben bis 80 % LTV zu Standardkonditionen.

Eigenkapitalquote beim Hauskauf: Wie viel ist optimal?

Wann mehr Eigenkapital sinnvoll ist

Bei aktuellen Zinsen (ca. 4 %) macht jeder zusätzliche Euro Eigenkapital einen Unterschied:

  • 100.000 € mehr EK bei 4 % spart ca. 4.000 € Zinsen im Jahr — über 10 Jahre 40.000 €
  • Weniger Schulden = schneller schuldenfrei = mehr finanzielle Freiheit

Wann weniger Eigenkapital sinnvoll ist

  • Wenn Kapital in Aktien/ETFs dauerhaft mehr als den Hypothekenzins einbringt
  • Wenn Immobilienpreise stark steigen und Warten teurer wird
  • Wenn der Puffer für Renovierungen/Notfälle wichtiger ist
Faustregel: Behalte immer 3 Monatsgehälter als Notfall-Reserve. Alles darüber hinaus kann sinnvoll in Eigenkapital fließen.

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Häufige Fragen

Mindestens 20 % des Kaufpreises plus Nebenkosten. Bei einem 400.000-€-Haus wären das 80.000 € plus 28.000–48.000 € Nebenkosten, also rund 110.000–130.000 €.
Ersparnisse, Wertpapiere, Bausparverträge, Lebensversicherungs-Rückkaufswerte, Schenkungen/Darlehen von Familienmitgliedern und beim Bau auch Eigenleistungen (Muskelhypothek).
Eine Vollfinanzierung (100–110 % des Kaufpreises) ist möglich, aber mit erheblichen Zinsaufschlägen (0,5–1,5 % mehr) und strengen Bonitätsanforderungen. Das Risiko ist deutlich höher.