Das Eigenkapital ist der wichtigste Faktor beim Hauskauf — es bestimmt, ob und zu welchem Zinssatz die Bank finanziert. Wer zu wenig mitbringt, zahlt entweder drauf oder bekommt gar kein Darlehen.
- Minimum: Nebenkosten vollständig (ca. 9–12 % des Kaufpreises)
- Empfehlung: Nebenkosten + 20 % des Kaufpreises
- Optimal: Nebenkosten + 30–40 % des Kaufpreises
Warum ist Eigenkapital so wichtig?
Je mehr Eigenkapital, desto niedriger der Zinssatz. Bei einem Darlehen von 300.000 € kann der Zinssatz zwischen 0,2 % und 0,8 % variieren — je nach Eigenkapitalquote. Über eine 20-jährige Zinsbindung macht das bei 0,5 % Unterschied ca. 25.000–30.000 € aus.
Außerdem: Banken finanzieren die Kaufnebenkosten in der Regel nicht. Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler müssen vollständig aus Eigenkapital bezahlt werden.
Was zählt als Eigenkapital?
- Bankguthaben, Sparguthaben — der Klassiker
- Wertpapiere, ETFs, Aktien — werden angerechnet, aber Banken rechnen Schwankungen ein
- Bausparvertrag (angespart + zugeteilt)
- Lebensversicherungen (Rückkaufwert)
- Schenkungen der Eltern — Banken akzeptieren das, oft mit Schenkungsnachweis
- Eigenleistung (Muskelhypothek) — für Renovierungsarbeiten, die du selbst machst; manche Banken rechnen bis 10–15 % des Kaufpreises an
Was zählt NICHT als Eigenkapital?
- Darlehen von Verwandten (in der Regel)
- Gebundene Rentenversicherungen
- Bereits beliehene Immobilien (ohne konkrete Zahlen)
Eigenkapital aufbauen — Strategien
Wenn du noch nicht genug hast, gibt es verschiedene Wege:
- ETF-Sparplan: Langfristig der effektivste Weg — 500 €/Monat über 5 Jahre = ca. 35.000 € (bei 7 % Rendite p.a. ≈ 39.000 €)
- Bausparvertrag: Sichere, planbare Rendite. Staatliche Förderung durch Wohnungsbauprämie möglich.
- Eltern/Familie: Schenkungen sind bis 400.000 € (Kinder von Eltern) alle 10 Jahre steuerfrei.
- KfW-Förderung: Günstige KfW-Darlehen können Eigenkapital teilweise ersetzen — aber nicht die Nebenkosten.
Vollfinanzierung: Haus ohne Eigenkapital?
Vollfinanzierungen (110 %-Finanzierung inkl. Nebenkosten) sind selten und mit erheblichen Zinsaufschlägen verbunden. Nur bei sehr stabilen Einkommen und sehr guter Bonität finanzieren manche Banken ohne EK. Das Risiko ist hoch: schon bei kleinen Wertverlusten ist die Immobilie weniger wert als das Darlehen.
Viele Käufer versuchen, das Maximum rauszuholen und kaufen mit minimalem EK. Das rächt sich oft: höhere Zinsen, höhere Rate, weniger Spielraum bei unerwarteten Kosten. Lieber 1–2 Jahre länger sparen und mit 25 % EK kaufen als heute mit 5 %.